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August 2016: Nutzungsausfall beim Totalschaden

Passend zur Sommerferienzeit ein Fall aus der Praxis im Bereich Verkehrsrecht. Wer einen Verkehrsunfall erleidet, sollte sich zur Regulierung anwaltlicher Hilfe bedienen. Diese ist meist im Ergebnis kostenlos und verhilft Ihnen nicht nur zu weniger Stress, Ärger und Mühen, sondern meist auch zu mehr Geld (und Sicherheit, dass alles den rechten Weg geht).

Nutzungsausfall

Wird ein Fahrzeug so beschädigt, dass es zumindest einige Zeit nicht mehr zu benutzen ist, wird in aller Regel Nutzungsausfall geschuldet, wenn kein Mietwagen in Anspruch genommen wird. Der Nutzungsausfall bemisst sich nach dem beschädigten PKW, bei einem Porsche ist er höher als bei einem kleinen VW. Grundsätzlich werden tägliche Beträge im Bereich 27,00 € bis 175,00 € bezahlt. Der Nutzungsausfall kompensiert dabei die Einschränkung, ohne Auto kurze Zeit auskommen zu müssen.

Auch im Totalschadensfall wird Nutzungsausfall bezahlt, von den Versicherungen meist entsprechend der Angaben im Sachverständigengutachten, meist 12-14 Kalendertage.

Kürzung der Nutzungsausfalls

Diese Herangehensweise ist nichts anderes als falsch, denn die Versicherungen ignorieren die Zeit bis das Gutachten überhaupt vorliegt und in der meist der PKW auch nicht genutzt werden kann. Nach ständiger Rechtsprechung ist daher Nutzungausfall nicht nur für die Zeit einer Ersatzbeschaffung zu leisten (die Zeit, die im Gutachten steht), sondern auch für die Zeit bis zur Vorlage des Gutachtens und einer anschließenden Überlegenszeit (BGH VersR 2013, 473).

Richtig ist also, 3 Zeiträume zu bilden, den Schadensermittlungszeitraum (bis zum Erhalt des Gutachtens), danach schließt sich der Überlegungszeitraum an, der in aller Regel mit 2-7 Tagen anzusetzen sein wird (OLG Koblenz, 12 U 1265/10). Erst danach ist noch der Wiederbeschaffungszeitraum zu erstatten, der sich in aller Regel nach den Feststellungen des Gutachtens richtet.

Sämtliche Versicherungen ignorieren diese Rechtsprechung und regulieren daher nur Teile des Nutzungsausfalls, was durchaus zu einer Reduzierung des Schadensersatzes im Bereich 500,00 € gehen kann. Unser Rat daher an Sie: Suchen Sie unmittelbar nach einem Unfall einen Anwalt auf, damit Sie alle Ansprüche auch erstattet erhalten.

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